Aktien aktuell ausgebremst

Aktien und Syrien

Der Herbst war schon immer mal eine schlechte Zeit für Aktien. Das scheint auch in diesem Jahr so zu werden. Und das ganz aktuell. Das allerdings liegt nicht an der Jahreszeit. Anleger wissen, dass Aktien und die Börse sehr nervös werden können und mächtig sensibel sind, wenn außergewöhnliche Ereignisse anstehen. Egal ob diese aus der Politik, der Wirtschaft oder dem Finanzsektor kommen oder plötzliche Naturkatastrophen, Terrorakte oder kriegerische Auseinandersetzungen oder andere politische Spannungsherde auftreten.


Aktien waren bislang 2013 in Sachen Rendite der Renner. Bestes Beispiel erbringt der DAX. Er erreichte historische Höchststände. Mit 8558 Indexpunkten erzielte er bereits im Mai einen Rekordwert. Die Annahme, dass sich die Euro-Zone – wenn auch mit sehr kleinen Schritten – aus ihrer Rezession herausarbeitet, hat den Markt beflügelt. Besonders spürbar war dies beim Euro-Stoxx-50, aber auch bei anderen Aktienmärkten.

Die Börse hatte sich auf die Politik des billigen Geldes eingeschossen und sich daran gewöhnt. Sie war und ist (noch) ein Treiber der Aktienkurse. Die Geldpolitik der Fed steht jedoch vor einer Wende. Noch weiß man nicht genau, wann das sein wird. Vorübergehende Vermutungen hatten zeitweilig bereits zu Kursstürzen geführt. Die positiven Konjunkturdaten in den USA lassen durchaus erwarten, dass die US-Notenbank noch in diesem Jahr den Umfang ihrer Anleihekäufe zurückfahren wird. Auch steht damit im Zusammenhang zu erwarten, dass die Zinsen wieder hochgefahren werden. Der Zeitpunkt ist zwar noch ungewiss, sollte jedoch spätestens 2015 erwartet werden. Eigentlich wäre das lediglich ein Schritt zurück zur Normalität. Aber die Aktienmärkte reagieren dennoch darauf mit Kursverlusten. Das ist ein markantes Beispiel dafür, dass sich Kurse eben nicht nur und nicht stetig in eine Richtung bewegen. Alles, was mit dem Thema Geldpolitik und anderen Ereignissen Zusammenhängt, wird dem DAX und den anderen Aktienmärkten in nächster Zeit noch einen kurvenreichen Verlauf bescheren.

Ereignis Syrien
Die Situation in Syrien ist aus den laufenden Berichten der Medien jedermann bekannt. Sie bietet ein eklatantes Beispiel dafür, dass und wie sich politisches Geschehen auf die Börsen auswirken. In Syrien scheint ein militärisches Eingreifen der USA / NATO nicht mehr abwendbar zu sein. Bereits am 27. August zeigte der DAX eine rasante Talfahrt. Auch heute sind weitere Verluste zu verzeichnen und es scheint, als wolle er seine Talfahrt fortsetzen. Das trifft auch für den DOW Jones und den Nikkei-Index zu. Dagegen haben die Preise für Gold und Öl kräftig angezogen.

Für Trader mit kurzzeitigem Anlagehorizont, darunter auch den Day-Tradern sind Erscheinungen wie gegenwärtig, quasi ein Eldorado.

Es kann keiner so richtig beurteilen, wann und wie der Eingriff der USA und ihrer Verbündeten in Syrien geschehen wird. Außerdem weiß man auch nicht, was sich aus dem Vorgehen noch entwickeln wird. Und es kann auch niemand sagen, wie lange sich das ganze Geschehen hinziehen wird. Die Beruhigung der Lage, was zu erhoffen bleibt, wird zu einem Zeitpunkt X auch wieder dazu führen, dass die Kurse sich dann nach oben bewegen.

Auch der Ifo-Geschäftsklimaindex kann es nicht richten. Obwohl er im August das vierte Mal in Folge gestiegen ist, wiegen die Nachrichten in Sachen Syrien schwerer. Dennoch ist es beachtenswert zu wissen, dass der Gesamtindex um 1,3 Punkte zulegte und damit auf 107,5 Punkte angestiegen ist. Und es sei unbestritten, dass das vorliegende Ergebnis als ein Indiz für eine positive wirtschaftliche Entwicklung anzusehen ist.

Es mehren sich die Anzeichen, dass die Weltwirtschaft in den kommenden Monaten wieder etwas schneller wachsen wird. Und das gilt auch für die Wirtschaft im Euroraum, wenn auch in kleinen Schritten. Diese Situation hat bereits Anleger mobil gemacht. Betroffen sind Schwellenländer. Deren Zugkraft hat nachgelassen. Die Anleger ahnen, dass es nunmehr wieder interessanter und ertragreicher in den etablierten Industrieländern zugehen könnte. Die Folge ist der – zumindest teilweise – Abzug von Kapital aus den Schwellenländern und als weitere Folge, eine merkliche Zinssteigerung auf den Anleihemärkten. So sind beispielsweise die Renditen für Bundesanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren von 1,1 auf 1,9 Prozent Rendite gestiegen, in Amerika sogar bei 3 Prozent. Die angesprochene, zu erwartende Entwicklung, hat auch dazu geführt, dass Abflüsse aus den Rentenfonds erfolgen und das Kapital den Aktienfonds zukommt.

Bildquelle: Tony Hegewald / pixelio.de