Anlageberater unter starkem Druck

Anlageberater unter Leistungsdruck

Zahlreiche Banken und Sparkassen proklamieren die Kundenzufriedenheit als ihr höchstes Ziel – zumindest nach außen hin. Der Erfolg der Bankberater wird aber intern weiterhin fast ausschließlich nach Verkaufszahlen gemessen. Viele Kunden haben in der Finanzkrise das Vertrauen in die Bankberatung teilweise oder sogar ganz verloren. In den Führungsetagen werden die Erwartungen an die Anlageberater, in Bezug auf den Produktabsatz, jedoch immer höher. Da die Kunden aber weiterhin kaum bereit sind für die Anlageberatung zu bezahlen stellt das für die Berater ein Problem dar. Die Dienstleistung wird bislang nicht kostenlos angeboten, denn in den Produktgebühren sind die Provisionen bereits enthalten. Dadurch wird jedoch das Produktangebot eingeschränkt, wodurch die Arbeit der Anlageberater eingeschränkt wird.


Kunden misstrauen Anlageberatern

Aktien, Anleihen und andere einfache und transparente Anlageformen enthalten keine Provisionen. Selbst wenn diese Produkte für viele Kunden geeignet sind werden sie aus diesem Grund nicht gerne empfohlen. Teure Finanzprodukte hingegen, an denen die Banken verdienen werden angeboten jedoch von den Kunden mittlerweile stärker hinterfragt. Die Rendite solcher Produkte, wie Investmentfonds, ist meistens nicht höher als die von einfachen und günstigen Indexfonds. Auf Dauer sind sie durch die Ausgabeaufschläge und die hohen Veraltungsgebühren sogar erheblich teurer. Die Banken und Sparkassen wollen nach außen hin das verlorene Vertrauen ihrer Kunden wiedergewinnen. Als Sinn und Zweck der Anlageberatung wird die Kundenberatung proklamiert, was die meisten Kunden jedoch nicht glauben. In einer Umfrage unter jungen Berufseinsteigern haben über 70 Prozent angegeben, dass sie keine Anlageberatung in Banken wahrnehmen. Die Begründung war, dass der Verkaufsdruck der Berater zu groß ist, um eine ausschließlich auf das Wohl des Kunden ausgerichtete Beratung zu ermöglichen.

Unerträglicher Druck auf Berater

Die als heuchlerisch empfundene Art wie Banken und Sparkassen mit ihren Mitarbeitern kommunizieren ist auch für zahlreiche Bankberater kaum zu ertragen. Einige bezeichnen den Druck auf die Berater und die Filialleiter als unzumutbar und somit nicht mehr hinnehmbar. Neben der täglichen Arbeit müssen Termine mit Kunden vereinbart werden und der Erfolg dieser Bemühungen wird zum Teil täglich kontrolliert. Verkaufsziele werden mitunter stark erhöht und Mitarbeiter die diese nicht erfüllen müssen mit Versetzung oder Gehaltskürzung rechnen. Viele Banken und Sparkassen verkommen zu einer Drückerkolonne und die Mitarbeiter dürfen nicht mehr frei entscheiden.

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