Bargeld soll abgeschafft werden

Bargeld soll abgeschafft werden

Top-Ökonomen sind für die Abschaffung vom Bargeld. Der Grund sind die heutigen technischen Möglichkeiten. Laut dem Wirtschaftsweisen Peter Bofinger sind Münzen und Geldscheine deshalb ein Anachronismus. Auch Ken Rogoff, Harvard-Professor spricht sich dafür aus Bargeld als Zahlungsmittel auslaufen zu lassen.

Schwarzarbeit und Drogenhandel erschweren

Laut Bofinger wäre der Wegfall vom Bargeld eine Möglichkeit der Schwarzarbeit und dem Drogenhandel ein Ende zu bereiten. Er hat die Bundesregierung aufgefordert die Abschaffung von Bargeld auf internationaler Ebene anzuregen. Für die Agenda des G7-Gipfels in Elmau wäre das seiner Meinung nach ein gutes Thema.

Gibt es bald nur noch kleine Banknotenstückelungen?

Rogoff hat sich ebenfalls dafür ausgesprochen. Der ehemalige Chefvolkswirt des IWF schlägt vor zuerst nur noch die kleineren Banknotenstückelungen herauszugeben. Zum größten Teil hängt die negative Begleiterscheinung der Nutzung von Bargeld mit den größeren Scheinen zusammen. Wenn diese nicht mehr ausgegeben werden, kann schon viel erreicht werden. Er begründet seinen Vorschlag mit der Anonymität von Bargeld, das das gerne genutzt wird um illegale Transaktionen durchzuführen und Steuern zu hinterziehen.

Geldpolitische Überlegungen

Es gibt aber auch geldpolitische Überlegungen. So kann die Zentralbank den Leitzins nicht sehr weit unter Null senken, wenn die Möglichkeit besteht, dass die Geldhalter auf zinsloses Bargeld ausweichen können. Selbst wenn die Senkung des Leitzinses mitunter sinnvoll ist um eine lahmende Wirtschaft anzuschupsen wird die Abschaffung des Bargeldes von vielen befürwortet.

Bargeld – die geprägte Freiheit

Die Äußerungen von Bofinger werden vom Ökonom Lars Feld kritisiert. Wie Bofinger gehört er dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage an. Er sagte, dass Bofinger anscheinend die verfassungspolitischen Aspekte dieses Vorschlages vernachlässigt. Wie Feld betonte ist Bargeld eine geprägte Freiheit. Sie ermöglicht es praktisch jedem Bürger sich dem Zugriff vom Staat zu entziehen, vor allem wenn es sich um nicht legitime Vorgaben handelt. Das gilt auch für Schwarzarbeit, die für viele Betroffene die einzige Möglichkeit ist den Lebensunterhalt zu verdienen.

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