Die Marktwirtschaft macht es möglich!

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Manches mal schreibt die Marktwirtschaft sehr merkwürdige Geschichten. Eine davon spielt sich gerade im Krisen geschüttelten Europa. Da gibt es auf der einen Seite das gebeutelte Griechenland, in dem die Leute hungern und die Regierung jeden Cent sparen muss, um nur einigermaßen über die Runden zu kommen und da gibt es auf der anderen Seite die reichen Griechen, die ihr Geld rechtzeitig außer Landes geschafft haben, um es hier in sicheren Werten anzulegen.

Einer dieser Anlagen sind zum Beispiel Immobilien in Berlin. Aber nicht nur Griechen fallen mit solchen Geschäften auf, auch aus den anderen Krisenstaaten Italien und Spanien kommen Investoren , um Immobilien in der Deutschen Hauptstadt zu kaufen.


Nicht nur dass diese Geschäfte für viele moralisch verwerflich sind, immer mehr Investoren aus dem Ausland drängen auf den Deutschen Immobilienmarkt und machen inländischen Investoren das Leben schwer. So berichten verschiedene Interessenten, dass man einfach keine Chance hat in Berlin eine Wohnung zu kaufen, wenn man nicht wie manche Polen einfach Bargeld auf den Tisch legen kann. Die Makler fragen meist nicht lang und verkaufen die Wohnung dann halt an den Barzahler. Auch ist es in manchen Stadtteilen mittlerweile üblich, dass Wohnungen einfach so gekauft werden, ohne dass der ausländische Investor je eine Besichtigung hatte. Mittlerweile beträgt der Anteil ausländischer Käufer ein Drittel, berichtet ein Makler und ergänzt, dass fast alle von ihnen in bar die Immobilien zahlen.


Das Interesse an den Deutschen Immobilien ist für Fachleute allerdings nicht verwunderlich, denn Deutschland gilt als sicherster Hafen nach der Schweiz, wenn es um Geldanlagen geht. Gerade die Hauptstadt hat es den Investoren angetan, denn hier erwarten sie in Zukunft sichere und hohe Renditen. Immer mehr Menschen drängen in die Großstädte, obwohl der Wohnraum hier knapp und damit recht teuer ist. Durch die zusätzliche Investition von Investoren, wird der Wohnraum noch knapper und die Mieten steigen weiter, was sich mittelfristig negativ auswirken wird.


Neben Berlin werden aber auch die drei anderen großen Ballungszentren Hamburg, München und Frankfurt von Investoren favorisiert. Auch hier sind Wohnungen in den Städten heiß begehrt. Auch 2004 gab es einen ähnlichen Run auf deutsche Immobilien, allerdings haben es den Investoren damals noch kleine schicke Häuschen auf dem Land angetan. Heute sind sie viel eher auf die Rendite fixiert. Es bleibt abzuwarten, wie lange dieser Boom anhält und wie sich die Preise in den großen Städten entwickeln.



© Martina Taylor / pixelio.de

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