Libor-Skandal – hohe Geldstrafe für Deutsche Bank festgelegt

Libor-Skandal - hohe Geldstrafe für Deutsche BankDie EU-Kommission hat im Libor-Skandal die bislang höchste Geldbuße verhängt. Rund 725 Mio. Euro muss die Deutsche Bank wegen der Manipulation von Zinsreferenzsätzen bezahlen. Zur Rekordstrafe von insgesamt 1,71 Milliarden Euro wurden sechs Geldhäuser aus Europa und den USA verurteilt. Neben der Deutschen Bank verurteilte die Kommission die Royal Bank of Scotland, Citigroup, JP Morgan Chase, Société Générale sowie das Brokerhaus RP Martin. Weil die Schweizer UBS sowie die britische Barclays die Kartellwächter über die Manipulation informierten entkamen sie einer Strafe. Die zuvor verdächtigte niederländische Rabobank gehörte dem Kartell nicht an.

Kampf gegen Kartelle

Mit diesem Beschluss hat die Kommission deutlich signalisiert, dass sie fest entschlossen ist den Kampf gegen Kartelle im Finanzsektor aufzunehmen und Sanktionen zu verhängen. Bei der Manipulation der Referenzzinssätze Libor und Euribor war für die Kommission besonders schockierend, dass Banken die miteinander im Wettbewerb stehen sollten ihr Verhalten abgestimmt haben.

Einigung mit US-Behörde

Die Deutsche Bank hat die Strafe akzeptiert. Jürgen Fitschen und Anshu Jain sehen in dem Vergleich einen wichtigen Schritt für die Bemühungen die Altlasten zu bereinigen. Absolut nicht den Werten und Überzeugungen entsprechend wurden die schweren Verstöße von einzelnen Mitarbeitern begangen. In den Rückstellungen der Deutschen Bank wurde die Vergleichssumme größtenteils berücksichtigt. Zusätzliche materielle Rückstellungen sind für diesen Vergleich nicht erforderlich. Mit der Bezahlung der Vergleichssumme von etwa 725 Millionen Euro ist der Ärger wegen der Zinsmanipulation für die Deutsche Bank aber noch nicht vorbei, denn es steht noch eine Einigung mit den US-Behörden aus. Darüber hinaus ist der langjährige Rechtsstreit mit den Erben vom Medienunternehmer Leo Kirch noch nicht beendet, aber für die Sünden der Vergangenheit hat die Deutsche Bank bereits über 4 Mrd. Euro auf der hohen Kante.

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