Sparkonto – Verluste durch niedrige Zinsen

Sparkonto - Verluste durch niedrige Zinsen

Sparer weltweit verlieren jedes Jahr über 100 Milliarden Euro. Die Banken bezahlen für Sparprodukte Zinsen, mit denen nicht einmal die Inflationsrate ausgeglichen wird. Der Grund für die niedrigen Zinsen und die aktuelle Inflationsrate ist die Rettung der Schuldenstaaten. Jedes Jahr schreibt die Bank zwar Zinsen gut und die Sparer denken ihr Geld vermehrt sich dadurch. Das ist aber nur eine Täuschung, denn in Wirklichkeit verliert das Guthaben auf Sparkonten, wie Festgeldkonten oder Tagesgeldkonten an Wert. Dafür sorgt die Inflation.

Für Geld und Zinsen bekommt man bereits nach einem Jahr weniger, als wenn das Geld gleich ausgegeben wird.

Sparer werden geschröpft

Die klammheimliche Enteignung der Sparer wird „negative Realzinsen“ genannt. Derzeit findet sie in 23 Ländern statt. Für die dreiste Schröpfung der Sparer ist die Krisenpolitik der Notenbanken verantwortlich. So hat zum Beispiel die Europäische Zentralbank die Leitzinsen bereits auf nahezu null gesenkt, um die kriselnden europäischen Staaten zu unterstützen. Von der amerikanischen Notenbank werden die Zinsen ebenfalls künstlich niedrig gehalten. Dadurch soll die Wirtschaft Amerikas belebt werden, denn seit der Finanzkrise wächst sie nicht mehr vernünftig. In die wenigen noch als sicher geltenden Staaten der Welt fließt zugleich viel Geld von Anlegern. Dadurch sinken die Zinsen für Geldanlagen zusätzlich. Bei dieser gewaltigen globalen Umverteilung sind Besitzer von Geldvermögen die Verlierer. Schuldner aller Art sind genau wie hochverschuldete Staatenauf der Gewinnerseite. Die Last der Schulden verringert sich genauso, wie der Wert der negativen Realzinsen. Staatsschulden können auf diese Weise zwar nicht nominal abgebaut werden, aber sie verringern sich real. Für Staaten ist das gut, denn sie werden ihre Schulden schneller los Bei den Wählern sorgt das für weniger Unmut, als Steuererhöhungen oder Abgabenkürzungen.

Die finanzielle Repression

Schuldenabbau durch niedrige Zinsen

Schuldenabbau durch niedrige Zinsen

Anleger werden zum Teil von Staaten dazu gedrängt, das Vermögen in ihre Staatsanleihen zu investieren. Vom Effekt profitieren die Staaten. Versicherungen zum Beispiel wird vorgeschrieben, dass sie einen Teil ihrer Gelder ausschließlich in Staatsanleihen investieren dürfen. Banken werden Staatsanleihen schmackhaft gemacht, indem sie dafür kein Eigenkapital dafür vorhalten müssen. Diese Vorgehensweise wird „Finanzielle Repression“ genannt. Bürger werden genötigt Schuldscheine zu kaufen, damit sich Staaten entschulden können. Für die Schuldscheine bekommen die Anleger weniger Zinsen, als von der Inflation verschlungen wird. Für Staaten ein ideales Selbst-Sanierungsprogramm. Die eigene sparende Mittelschicht löffelt die Suppe aus.

Sparer sind die Verlierer

Mehr als 10 Milliarden Euro verlieren deutsche Sparer auf diese Weise jedes Jahr. Ende 2012 betrug das Geldvermögen der privaten Haushalte Deutschlands etwa 5 Billionen Euro. Auf Bargeld und Sichteinlagen sind davon 1,06 Billionen Euro entfallen und auf Termin- und Spareinlagen 958 Milliarden Euro. Auf Wertpapiere entfielen 1,1 Billionen Euro, die Hälfte davon auf Pfandbriefe und Staatsanleihen. Auf 1,8 Billionen Euro beliefen sich die Ansprüche gegen Versicherungen. Bei einer Inflationsrate von 1,6 Prozent verlieren Sparer mit Tagesgeldkonten, Girokonten und Ersparnissen im Durchschnitt jährlich 1,35 Prozent. In diesem Anlageformen und dem Geldvermögen von 1,06 Billionen Euro verlieren Sparer jedes Jahr 14,3 Prozent oder etwa 0,5 Prozent vom deutschen Bruttoinlandsprodukt. Mit der dauer dieser Phase werden immer größere Teile vom Geldvermögen erfasst. Alte Anleihen und Sparverträge, wie Festgeld werden noch gut verzinst. Von ihnen laufen aber immer mehr aus und Neuanlagen werden niedriger verzinst.

Staaten sind die Gewinner

Von den künstlich gedrückten Zinsen profitieren momentan nur die Staaten. Durch das niedrige Zinsniveau hat der deutsche Staat allein von 2009 bis 2012 rund 62 Milliarden Euro gespart. Die meisten Anleger wissen gar nicht wie tiefgreifend sich alles verändern wird, wenn die Niedrigzinsphase andauert. Über kurz oder lang sind auch Altersvorsorge, Lebensversicherung und berufsständische Vorsorge betroffen. Aktien bieten zum Beispiel Schutz gegen negative Realzinsen. Sie sind aber vor Kurseinbrüchen nicht sicher. Immobilien bieten ebenfalls einen gewissen Schutz. Sie können aber auch an Wert verlieren. Es gibt auch noch Unternehmensanleihen mit einer Verzinsung über der Inflation, damit gehen Anleger aber das Risiko vom Totalausfall des gesamten Anlagebetrags ein.

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