Tagesgeld und Sparkonten – viele deutsche Sparer suchen Alternativen

Tagesgeld und Sparkonten – viele deutsche Sparer suchen Alternativen

Im Durchschnitt besitzt jeder Deutsche 62.000 Geldvermögen. Davon war ein beachtlicher Teil auf einem Tagesgeldkonto angelegt, aber wegen den extrem niedrigen Zinsen für Tagesgeld denken immer mehr Sparer um. Die Studio passt so gar nicht in das übliche Bild der deutschen Sparer. Mittlerweile machen sich aber immer mehr Anleger Sorgen, denn die niedrigen Zinsen decken die Inflationsrate derzeit nicht ab. Somit verlieren Tagesgeld und Sparkonten immer mehr an Attraktivität. Eine Befragung die vom Vorstand der Union Investment veranlasst wurde erwarten 87 Prozent der Befragten einen Anstieg der Inflation in den nächsten sechs Monaten. 20 Prozent sind besorgt und 49 Prozent machen sich Sorgen wegen den anhaltend niedrigen Zinsen in Kombination mit den steigenden Preisen.

Geldanlagen werden neu ausgerichtet

So langsam erkennen auch die Deutschen, dass es sinnvoll ist die Geldanlage neu auszurichten, um das Vermögen vor der Inflation zu schützen. Nach und nach investieren sie deshalb in andere Anlageformen die höhere Renditen bieten. Tagesgeld wird im Schnitt nur mit 0,5 Prozent verzinst, die Inflation liegt allerdings bei 1,4 Prozent. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist sie absolut nicht mehr geeignet. Vor der Neuanlage in eine rentierlichere Anlage sollte vom Tagesgeldkonto-Guthaben ein Liquiditätspolster zur Seite gelegt werden, denn bei anderen Anlageformen steht das investierte Vermögen nicht jederzeit zur Verfügung.

Lebensversicherungen unattraktiv

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Bei der Neuanlage ist das Risikomanagement eine der größten Herausforderungen. Lebensversicherungen bieten zwar ein hohes Maß an Sicherheit, sind aber fast genauso unattraktiv wie Tagesgeld. Der Trend geht hin zu Misch- und Aktienfonds, im Zinstief gibt es aber auch konservative Alternativen. Absolute Return Fonds werden als Alternative empfohlen, weil die Fondsmanager Derivate einsetzen. Derivate können bei steigenden und fallenden Kursen gewinnen. Zu den interessanten Alternativen gehören Bonds. Bonds mit kurzen Laufzeiten haben den Vorteil, dass sie bei steigenden Zinsen weniger bewegen. Bereist laufende Langläufern hingegen haben den Nachteil, dass die Kurse sinken wenn neue Bonds mit höherem Kupon ausgegeben werden. Prinzipiell sind auch Unternehmensanleihen eine Option. Hier sind die Renditen höher, dafür besteht aber auch ein größeres Ausfallrisiko. Laien können das Ausfallrisiko meistens nur schwer beurteilen. Es ist sicherer einen ETF oder Fonds zu wählen.

Riskante Immobilienfonds

Am häufigsten entscheiden sich Privatanleger im Zinstief für offene Immobilienfonds, die allerdings sehr gefährlich sind. Im ersten Halbjahr 2013 sind Milliarden in offene Immobilienfonds geflossen. Da Anleger ihr Geld im großen Stil abgezogen haben mussten immer wieder Fonds schließen. Nahezu ein Viertel des Fondsvermögens ist seit dem Ausbruch der Finanzkrise blockiert. Es gibt einige Fonds die abgewickelt werden. Es ist nicht absehbar wie hoch die Verluste wirklich sind, denn einige der Portfolios befinden sich noch in der Verkaufsphase. Bekannt ist allerdings, dass diese Fonds an den Fondsbörsen mit 40 bis 70 Prozent Abschlag gehandelt werden. Durch die neu geschaffene gesetzliche Regelung müssen Privatanleger ihre Anteile 2 Jahre halten und Großanleger bleiben jetzt außen vor. In der Regel fallen beim Einstieg 5 Prozent Ausgabeaufschlag an. Für die nächsten Jahre wird eine Rendite von höchstens 2 bis 3 Prozent erwartet. Ob es sich lohnt für diese Rendite das Risiko einzugehen muss jeder Anleger selbst entscheiden. Wenn die Performance einbricht, können sie nur tatenlos zuschauen.

Unbeliebte Aktieninvestments

Aktieninvestments sind bei den Deutschen nicht beliebt. Es wird angenommen, dass nur jeder dritte Deutsche Aktien oder Aktienfonds hält. Mischfonds hingegen sind aktuell sehr gefragt. Bevorzugt werden Varianten mit 50 Prozent Aktienanteil. Bei dieser Mischung werden die Risiken von Anleihen abgefedert. Für die Performance sorgt der Anteil an Aktien. Da das Geld bei fast allen Fondsarten nur in wenige Portfolios fließt, die zudem nicht gerade die Besten sind, ist es nicht einfach einen wirklichen Spitzenfonds auszuwählen. Die gängigsten Fonds am Markt sind nicht unbedingt Spitzenfonds. Deshalb sollte die Performance genau verglichen werden. Unter den Bestsellern sind auch Fonds die absolut nicht überzeugen.

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