Umsatzplus für deutschen Einzelhandel

Umsatzplus für deutschen EinzelhandelZum Jahresbeginn hat die Kauflust der Verbraucher dem deutschen Einzelhandel das kräftigste Umsatzplus seit Mitte 2010 beschert. Laut Experten deutet alles darauf hin, dass auch in diesem Jahr der private Konsum ein wichtiger Treiber des deutschen Wirtschaftswachstums sein wird. Genauso wie der Einzelhandel ist auch der deutsche Online- und Versandhandel gewachsen. Das Plus lag hier allerdings unter dem der Vorjahre und den Prognosen vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland. Am gesamten Einzelhandel blieb der Anteil des Versandhandels mit 11,1 Prozent stabil.

Internet- und Versandhandel sind Wachstumstreiber

Im Januar sind die Umsätze des Einzelhandels im Vergleich zum Januar 2014 real um 5,3 Prozent gestiegen und nominal um 4,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Der Internet- und Versandhandel war der Wachstumstreiber. Auf Jahressicht erzielte er im Januar Zuwachsraten von real 14,1 Prozent. Die Händler hatten binnen Monatsfrist preisbereinigt 2,9 Prozent mehr eingenommen. Seit Januar 2013 ist dies das größte Wachstum. Analysten hatten nur einen Zuwachs von 0,4 Prozent erwartet. Angesichts der steigenden Realeinkommen und der wachsenden Zuversicht haben die deutschen Haushalte wieder mehr ausgegeben. Was unter anderem auch daran liegt, dass die Sparanreize fehlen.

Mehr Umsatz im Distanzhandel

Im sogenannten Distanzhandel hat sich der Umsatz von Waren und Dienstleistungen um 2 Prozent auf 60 Milliarden Euro erhöht. Wie der bevh in Hamburg mitteilte wurde deutlich mehr erwartet. Der Versandhandel Umsatzplus für deutschen Einzelhandel 1wächst nicht mehr unabhängig von den konjunkturellen Schwankungen, sondern musste eine Delle im Konsumklima verkraften. Es besteht aber noch Hoffnung für die Versandhändler, wie ein genauer Blick auf die Branchendaten zeigen. In Zukunft wird der Internethandel noch kräftig zulegen. Im vergangenen Jahr ist der Onlinehandel mit Waren um 7 Prozent gestiegen. Bei den Versandhändlern kommen etwa 85 Prozent der Bestellungen über das Internet. Die klassischen Bestellwege via Telefon oder Post verlieren immer mehr an Bedeutung.

Versandhandel erwartet Wachstum von 5 Prozent

Der Online-Handel wird auch im laufenden Jahr der eigentliche Treiber sein. Der Versandhandel erwartet in diesem Jahr ein Wachstum von 5 Prozent, also mehr als die gesamte Branche. Der elektronische Handel über das Internet soll um 12 Prozent ansteigen. Um das Ziel zu erreichen muss in erster Linie der Versandhandel mit Bekleidung stärker zulegen. In Deutschland war das vergangene Jahr für den Modehandel insgesamt ein schlechtes Jahr. Dadurch war auch das Wachstum im Versandhandel schwach. Im Distanzhandel ist Bekleidung die mit Abstand größte Warengruppe vor Schuhen, Unterhaltungselektronik und Büchern.

Der stationäre Handel ist weiterhin beliebt

Elf Milliarden Euro von den 60 Milliarden Gesamtumsatz der Branche entfielen auf Dienstleistungen. Pauschalreisen und Übernachtungen machten mit einem Anteil von 39 Prozent und Mobilitätsangebote wie Flug-, Bahn- und Bustickets mit 32 Prozent die höchsten Umsätze. Es wird erwartet, dass im Distanzhandel auch soziale Netzwerke, wie Facebook und Twitter immer mehr Bedeutung gewinnen. Derzeit ist das noch kein Verkaufskanal, sondern ein Kommunikationskanal. Trotz dem Internet ist der stationäre Handel aber auf keinen Fall altmodisch und sollte deshalb nicht vernachlässigt werden. Zahlreiche haben als Internet-Shop angefangen. Mittlerweile haben sie auch die Vorteile vom stationären Handel erkannt und eröffnen Ladengeschäfte.

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