US-Notenbank plant Ausstieg aus der Niedrigzinspolitik

US-Notenbank plant Ausstieg aus der NiedrigzinspolitikDa sich die Konjunkturaussichten in den USA gebessert haben beginnt die US-Notenbank den Ausstieg aus der Geldschwemme. Für die äußerst aggressive Geldpolitik wird ein langsamer Kurswechsel eingeleitet, was bei den Anlegern an den Finanzmärkten weltweit für Erleichterung sorgte. Die Ankündigung der Federal Reserve ließ die Aktienkurse in Frankfurt, New York und den anderen Börsen am Donnerstag steigen. Von Januar an wird der Ankauf von Immobilienpapieren und langfristigen Staatsanleihen von 85 auf 75 Mrd. Dollar reduziert. Die Geldschwemme soll noch weiter abebben und Ende des nächsten Jahres werden die Käufe vielleicht ganz versiegen.

Anleger reagierten erleichtert

Die US-Notenbank mildert ihren Kurswechsel beim als Konjunkturstütze aufgelegten Programm für Anleihekäufe jedoch stark ab. Es wurde zugesichert, dass die Leitzinsen noch für längere Zeit auf dem historischen Tief bleiben sollen. Selbst wenn die Konjunktur und der Arbeitsmarkt sich weiterhin verbessern sollen die Leitzinsen an der Nullmarke bleiben. Damit verliert der selbstgesetzte Schwellenwert von der Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent an Aussagekraft, denn dann wollte die Fed über Zinserhöhungen nachdenken. Die Angst der Anleger vor der geldpolitischen Wende wurde durch Beobachter genommen, die von einer faktischen Lockerung der Geldpolitik sprachen. Weltweit haben die Investoren dementsprechend erleichtert reagiert.

Aktienmärkte reagierten positiv

In New York, dem größten Aktienmarkt der Welt haben Dow Jones und S&P 500 neue Rekordmarken gesetzt. Am Donnerstag tendierten die asiatischen Börsen überwiegend fest. In Tokio schloss der Nikkei-225-Index mit dem höchsten Stand seit 1997 und die europäischen Aktienmärkte haben ebenfalls zugelegt. Der DAX ist über die Marke von 9300 Punkten geklettert und der EuroStoxx 50 ist auch spürbar vorgerückt. Am Devisenmarkt konnte der Dollar deutlich an Wert gewinnen, im Gegenzug ist der Euro unter Druck geraten. Er ist am Donnerstag bis auf 1,3650 Dollar gefallen und hat damit einen Cent weniger gekostet als am Mittwoch. Ebenfalls unter Druck gerieten der Schweizer Franken und der japanische Yen.

Silber und Gold gerieten unter Druck

An den Anleihemärkten ist die Schockreaktion ebenfalls ausgeblieben. In der Tendenz haben die Renditen in den USA, in Europa und in Asien nur leicht zugelegt. Als die Fed ihren Kurswechsel im vergangenen Sommer ankündigte war das Gegenteil der Fall. Seinerzeit sind die Staatsanleihen weltweit, vor allem in den Schwellenländern, massiv unter Druck geraten. Die Rohstoffmärkte haben auf den Kurswechsel der Federal Reserve moderat reagiert. Bei Edelmetallen war die Reaktion allerdings heftig. Am Donnerstag ist der Preis für eine Feinunze Gold bis auf 1200 Dollar gefallen und hat damit beinahe den tiefsten Stand seit drei Jahren erreicht. Der Preis für Silber ist noch stärker unter Druck geraten.

Die schwierige Aufgabe

Auf dem historischen Tiefstand zwischen 0,00 und 0,25 Prozent liegt der US-Leitzins bereits seit Ende 2008, als sich die Finanzkrise ausbreitete und dadurch die weltweite Rezession ausgelöst wurde. Aus der Niedrigzinspolitik auszusteigen gilt als eine sehr schwierige Aufgabe. Es besteht das Risiko, dass Finanzmärkte und Weltwirtschaft nervös reagieren. Außerdem könnte die Konjunktur einen Rückschlag erleiden.

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